15.12.2010: Amateur-Triathletin des ASV Köln mit Profi-Platzierung

Der Tag war heiß. Nicht so extrem wie in Köln, aber immerhin herrschten in der Stadt am Wörthersee 25°C im Schatten. Und der ist beim Ironman Austria mehr als rar. Trotzdem gelang Beate Görtz vom ASV Köln eine kleine Sensation.
Beate Görtz vom ASV Köln ist Insidern bereits seit ihrem Sieg beim Cologne226-Langtriathlon in Köln 2009 bekannt. An diesem Sonntag gelang ihr in der Hauptstadt Kärntens der internationale Durchbruch. Der Wettkampf in Klagenfurt über die Ironman-Distanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42,2 km Laufen) zählt zu den fünf wichtigsten Ironman-Events in Europa, u.a. mit den zeitgleich in Frankfurt am Main stattfindenden Ironman-Europameisterschaften.
Nach mäßigem Schwimmen (1:05:34) drehte die Kölnerin, die in der Alterklasse 40-44 (AK40) startet, richtig auf und erzielte mit 5:05:34 bereits die drittschnellste Radzeit aller Frauen im Feld. Ihre Zeit von 03:20:45 über die abschließende Marathonstrecke, teils idyllisch entlang des Sees, teils durch die City Klagenfurts, lässt erkennen, dass ihre sportlichen Wurzeln beim Marathonlauf liegen. Görtz verpasste die schnellste Laufzeit der Frauen an diesem Tag nur um 31 Sekunden.
Görtz, die im Gegensatz zu den Frauen in ihrem Rennumfeld gar nicht als Profi gemeldet war, kam hinter der österreichischen Olympiateilnehmerin Eva Dollinger und Profiathletin Karina Ottosen aus Dänemark überraschend als dritte Frau ins Ziel, gewann damit ihre Altersklasse und erreichte die begehrte Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii im Oktober. Diese Startplätze werden unter den Schnellsten der Profis und in den Altersklassen verteilt. Ihre neue persönliche Bestzeit von 09:38:56 ist dieses Jahr die bisher schnellste Zeit in der AK40 der Frauen weltweit!
Relativ großer Wermutstropfen: Görtz erhält leider nicht das für den dritten Platz der Frauenwertung ausgelobte Preisgeld von 4.000 US-Dollar, da dafür eine Profilizenz erforderlich ist, die sie sich nun wohl schnellstens besorgen sollte.
Bei den Ironman-Wettkämpfen weltweit starten Profis und Amateure reizvollerweise gemeinsam in einem Rennen. Amateurin Görtz ist im normalen Leben Maschinenbautechnikerin, arbeitet Vollzeit und absolviert ihr Training quasi nebenher unter den wachsamen Augen ihres Coaches Frederik Martin beim ASV Köln in Müngersdorf. Manager oder persönlichen Physiotherapeuten – wie bei Profis üblich – sucht man vergeblich. Görtz ist waschechte Amateurin. Nun kann sie sich im Herbst den Traum aller Triathleten erfüllen: Einen Start bei der Ironman-WM auf Hawaii!
Text: Pressemitteilung