06.04.2010: IFMA Cologne

In etwas mehr als einem Monat startet in Köln eine der größten Fahrradmessen der Welt. Die IFMA. Carbon, Laufradgröße, Retro, Citybike, Ergonomie sind die Stichwörter, die die Neuheiten prägen.
Dunkle Farben beherrschen die Bike-Optik im nächsten Jahr nur dort, wo die Oberfläche eine viel beachtete Struktur aufweist: Der Carbon-Boom hat mittlerweile in allen Bereichen Fuß gefasst. Die anfängliche Skepsis mancher Fachleute und Hersteller, das Material über den reinen Sportbereich am Fahrrad einzusetzen, schwindet in Anbetracht seiner Erfolge. Entsprechend umfangreich steigen die Hersteller in die Produktion von Carbon-Rädern ein.
Beim deutschen Traditionshersteller Hercules heißt das: Auch im Cross- und Trekking-Bereich kann man künftig in den Genuss des Hightech-Materials kommen. Leichter Rahmen, leichte Ausstattung. Das macht die Crosser kletterfreudiger und flexibler, mit den Tourern ist man noch schneller und gelassener unterwegs. Fahrspaß und Image wird ab etwa 1.700 bzw. 1.900 Euro zu haben sein.
Retro auf ganz modern
In ähnlicher Preisklasse bewegen sich die neuen „Carbon-Boliden“ von Focus: Hier ist man 2007 schon mit dem Silver-Haze erfolgreich in die Trekking-Szene eingetaucht und schiebt nun ein Mittelklasse-Modell für knapp 1.800,- Euro hinterher. Beim
Oldenburger Großhersteller, aber nicht nur dort, erinnert man sich auch gerne an die Zeit der klassischen Randonneure und bringt mit dem Merluza mit Rennlenker und voller Reiseausstattung ein typisches Rad dieser Gattung auf den Markt. „Schließlich ist der Rennbügel, gerade in seiner modernen, optimierten Form, der beste Lenker für die sportliche Reise“, sagt Frank Jeniche, Pressesprecher von Focus, und weist auf die 70er Jahre hin, in denen diese ersten Reiseräder ruhmreich Geschichte schrieben.
Bikes für die City: hip wie noch nie!
Doch auch oder gerade die City bringt viel Neues – und Schönes: „Farbe ist ein ganz großes Thema, nicht nur für uns“, sagt Rüdiger Lorenz von Hercules über die Saison 2008. Im City-Design wird sich hier sehr viel ändern, da sind sich die Hersteller alle einig. Denn das Fahrrad ist, insbesondere was Nahmobilität und Alltag betrifft, im öffentlichen Aufwind wie noch nie. Nicht nur der Klimawandel sorgt dafür, dass neue, breite Schichten der Bevölkerung erkennen, wie viele Möglichkeiten das Fahrrad bietet. Entsprechend wird eine ganz neue, junge Klientel angesprochen. Auch per Design: Weg vom Einheitslook, coole Frische kommt auf den Rahmen, zum Beispiel bei Hercules mit Eisblau und Weiß.
Keine Frage: Die City-Range erstrahlt 2008 in ganz neuem Glanz! Der Fahrradriese Giant stellt etwa mit dem City-Storm den I-Pod unter den Rädern auf den IFMA-Stand. Minimalistisch, fast puristisch, aber enorm praktisch: Das blendend weiße Rad wirkt wie aus einem Guss, was Details wie der in den Steuerkopf integrierte Frontstahler und das im Rahmen verborgene Schloss noch verstärken.
Umfangreich auf der IFMA dokumentiert: E-Bike-Trekking
In die Phase der unablässigen Spezialisierung tritt nun nach Meinung der Fachleute das E-Bike: Da E-Bikes immer mehr zur eigenen Gattung werden und den Nimbus des Rads für Schwächere und Ältere schon verloren haben, wird hier der Trekkingsektor immer interessanter: Leichtere Komponenten, sportliche Sitzposition, Kettenschaltungen wie am Reiserad – auf der IFMA Cologne mit ihrer E-Bike-Sonderschau Extra-Energy wird diese Zukunftsentwicklung bereits umfangreich dokumentiert.
Neue Komponenten von Shimano und SRAM
Auch die Komponentenentwicklung hält Schritt: Shimanos Kult-Gruppe XT legt nach – und schafft es, mit noch mehr knackigem Schaltkomfort und extrem technischer Optik noch eins drauf zu setzen. Doch auch im Komfortbereich steht nichts still – das zeigt schon der Umstand, dass SRAM 2008 erstmals eine Federgabel für Tourer herausbringt: Der Clou: Der Federmechanismus der i-Ride sitzt gut geschützt und wartungsarm im Steuerkopf, der Federweg soll Trekking-typische 50 Millimeter betragen.
Man sieht: Komponenten werden nicht nur noch robuster und zuverlässiger, auch hier schaffen optimierte Verarbeitungsverfahren und ein nach wie vor vorhandener Ideenreichtum Neues.
Paradigmenwechsel bei den MB-Laufrädern?
Die Weiterentwicklung des Mountainbikes in allen seinen Schattierungen wird auch dieses Jahr vorangetrieben: Scott wird das brandneue Modell Gambler vorstellen – ein echtes Multitalent. Nicht nur Federwege, sogar Lenkwinkel und Radstand sind verstellbar, so dass das Bike an die verschiedenen Anforderungsbereiche wie Downhill und Freeride angepasst werden kann. Echter Paradigmenweschsel? Mountainbikes mit 29-Zoll-Laufrädern stecken in den Startlöchern. Vor allem für Tourer interessant sind die Bikes der Riesenrad-Fraktion durch ruhigeren Lauf und weniger Kraftaufwand bei Hindernissen. Welche Hersteller konkret auf den Trend einsteigen, wird die IFMA 2008 zeigen.
StVZO-konform – aber ein Leuchtwunder
Viel neue Energie auch auf dem Licht-Sektor: StVO-zugelassene Fahrrad-Lichtanlagen für den Dynamobetrieb tauchen strahlend aus dem Dunkel der letzten Jahrzehnte auf: Busch und Müller zeigt auf der IFMA Scheinwerfer, die mit rund 40 Lux die vierfache der heute vorgeschriebenen Mindestleistung bringen – und das mit dem angenehm bläulich weißem Licht von Leuchtdioden; eine spezielle Reflektortechnik macht’s möglich – auch für den Dynamo-Betrieb.
Ergonomie ist auch ein Kleidungsthema
Ergonomie: Nicht nur die optimale Fahrradergonomie ist mittlerweile Thema bei jedem Hersteller; auch Zubehör und Kleidung wird immer mehr der individuellen Ergonomie angepasst – das sind bei Scott zum Beispiel sportliche Trikots, die dem Körper in Fahrradposition auf dem Leib geschnitten sind.
Auch die Füße haben es beim Biken immer besser: Schuhe mit speziellen Sohlen, die den Mittelfuß entlasten und genauer auf individuelle Anatomie anpassbar sind, bringen verschiedene Anbieter auf denMarkt.
IFMA 2007 auf einen Blick
Nahezu 650 Aussteller aus 35 Ländern werden vom 13. bis 16. September die neuesten Produkte und Trends voraussichtlich etwa 25.000 Fach- und 30.000 Privatbesuchern präsentieren. Europas größte Fahrrad-Businessmesse mit den vielfältigen
Testmöglichkeiten und dem bunten Eventprogramm findet auf 80.000 Quadratmetern Bruttofläche drinnen und draußen auf dem neuen Gelände der Koelnmesse statt. Die ersten beiden Tage sind dem Fachhandel aus Deutschland und der ganzen Welt vorbehalten, am Publikumswochenende 15. und 16. September strömen dann wieder zehntausende radbegeisterte Privatbesucher auf die IFMA.
Text: Pressemitteilung