15.12.2010: Talentsichtung des ASV und der Sporthochschule Köln durch den Sprintcup 2008

„Bleib mal still sitzen! Immer musst du herum rennen!“ Das hört man öfters Mütter zu ihrem unruhigen Kind sagen, dabei ist der Bewegungszwang doch nichts schlechtes. Für alle verzweifelte Mütter gibt es nun einen Ausweg: Der ASV veranstaltet zusammen mit der Sporthochschule Köln den Sprintcup, rennen ist hier eindeutig erwünscht.
Vom 01. April bis zum 27. Juni 2008 sucht die Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) ASV Deutsche Sporthochschule Köln zum siebten Mal talentierte Nachwuchs-Sprinter. Dafür besuchen Sie 25 weiterführende Schulen Kölns und messen, wie schnell die Kinder und Jugendlichen laufen können. Die besten Mädchen und Jungen jeder Schule bestreiten dann am 20. August 2008 das Finale im Leichtathletikzentrum der Sporthochschule Köln. Wer als Sieger diese Halle verlässt, ist der schnellste Junge/ das schnellste Mädchen Kölns!
Doch der Andrang ist groß: Um die Tests an den Schulen logistisch zu meistern müssen die Sportlehrer die besten Schüler ihrer Klasse auswählen, nur so können die pro Schule durchschnittlich 120 Kinder an einem geregelten Wettkampf teilnehmen. Insgesamt wird die Schnelligkeit von 3.000 Kindern und Jugendlichen gemessen, zum Finale werden circa 300 bis 350 Talente eingeladen. Eine Menge Arbeit für die Scouts der LG, die sich aber auch über die große Resonanz und Motivation der Schüler freuen.
Claudia Brähler (24) hilft bei der Organisation und beim reibungslosen Ablauf des Sprintcups. Zusammen mit Leichtathletik-Trainer und Scout Thomas Pranger (33) betreut sie die Schüler und sorgt für die Zeitnahme: An einer 20 Meter-Laufstrecke sind Lichtschranken platziert, die Zeiten werden zu einem Laptop weitergeleitet und ausgewertet. „Wir wollen die Jugendlichen nicht 50 Meter laufen lassen, die Zeiten würden uns nicht weiterhelfen, denn sie spiegeln nicht das Talent wider. Fünf-Meter-Zeiten geben darüber mehr Aufschluss.“ Bereits schon zum vierten Mal ist Frau Brähler bei der Talentsuche mit von der Partie und erzählt begeistert: „Die Kleinen haben ungeheuren Spaß und Motivation, wenn sie die Lichtschranken sehen. Dann fühlen sie sich wie die großen Sportler im Stadion, die sie aus dem Fernsehen kennen.“
Dabei sind es nicht nur die Kleinen, die engagiert an die Startlinie treten. Auch Schüler der Oberstufen sind dabei, sie sehen im Sprintcup mehr den Wettkampfgedanken und wollen Leistung zeigen. Herr Pranger weiß, das der Sprintcup schon vielen in ihrer Karriere weiter geholfen hat: “Erfolgreiche Sprinter wie Esther Cremer und Meike Dix sind aus dieser Talentsichtung hervorgegangen. Janina Kölsch ist letztes Jahr zumindest den Sprint Cup mitgelaufen und hat auch gewonnen.“
Auch die Sportlehrer sind froh über diesen zusätzlichen Anreiz für die Schüler. Angelika Glöckner, Sportlehrerin des Humboldt-Gymnasiums, glaubt, „meine Schüler laufen hier sogar bessere Zeiten, als im Unterricht. Dadurch, dass der Wettbewerb jährlich durchgeführt wird, kann jedes Jahr ein neuer Anreiz zum Training geschaffen werden, wir bereiten sie ja auch auf den Wettkampf vor. Dadurch verbessern sich die Jugendlichen nachhaltig.“ Ein bisschen Stolz ist die 53-jährige auf ihre Sprösslinge auch: „Das Humboldt-Gymnasium nimmt seit fünf Jahren teil und unsere Schule hatte immer jemanden, der unter die ersten zehn kam, daher glaube ich, wir sind überdurchschnittlich gut, das freut mich sehr.“
Sehr erfreut war auch die zehnjährige Quynh-Tho Nguyen der 5b des Humboldt-Gymnasiums. Strahlend zeigt sie ihre Einladung zum „Recall“, die Berechtigung zur Endrunde am 20. August 2008 im Leichtathletikzentrum der Sporthochschule Köln.
Hier noch ein kleiner filmischer Eindruck von der guten Stimmung beim ASV Sprint Cup am Humboldt-Gymnasium. Die Läufe mussten in die Halle verlegt werden, draußen regnete es, doch das störte die Schüler wenig.
ASV Sprint Cup Qualifikation am 28. April 2008 im Humboldt-Gymnasium
Text: Lucas Schäfer