25.09.2011: Sportartenvorstellung

Ringtennis wird nicht mit einem Ball gespielt, sondern wie sich vom Namen ableiten lässt, ist in diesem Fall ein 210 bis 230 Gramm schwerer Ring aus Moosgummi das Spielgerät.
Ringtennis hat nicht unbedingt den höchsten Bekanntheitsgrad unter den Sportspielen. Dies ist eigentlich verwunderlich, denn Ringtennis wurde bereits Mitte der 20er Jahre nach Deutschland gebracht. Ursprünglich erlangte dieses Rückschlagspiel hohe Beliebtheit unter den Deckspielen. Auf Schiffsfahrten vertrieben sich Passagiere und Mannschaft die Zeit oft mit einer Variante des Ringtennis, dem so genannten Decktennis. Ob dieses Spiel aber tatsächlich auf Schiffen entwickelt wurde, weil ein Ring nicht so schnell ins Wasser springt, wie beispielsweise ein Ball oder ob der Sport vorab schon auf dem Land ins Leben gerufen wurde, ist nicht ganz klar. Fakt ist, dass der damalige Bürgermeister der Stadt Karlsruhe Ringtennis nach Deutschland brachte, nachdem er es auf einer Schiffsreise nach New York kennen lernte. Karlsruhe wurde 1931 auch zum Austragungsort der ersten Deutschen Meisterschaften im Ringtennis.
Weil es einer breiten Masse zugänglich war, erfreute sich Ringtennis in Deutschland schnell großer Beliebtheit und auch die Anzahl der Vereine stieg rasant. Der deutsche Ringtennis Bund wurde ins Leben gerufen und regelte den Spielbetrieb.
Organisatorische Schwierigkeiten führten in den Wirren der darauf folgenden Kriegsjahre zum Zusammenbruch der Sportart Ringtennis in Deutschland.
Erst lange nach dem Krieg gab es wieder erste Bewegungen, die dem Ringtennis neues Leben einhauchten. Bis heute gibt es keinen eigenständigen Verband und die Sportart wird als Turnsport innerhalb des Deutschen Turner Bund organisiert.
Ungefähr 1.000-2.000 Aktive betreiben in Deutschland momentan diese Randsportart und von den Sportlern und Funktionären wird die Verbandsfrage und die dadurch fehlende Popularität als eigenständige Sportart als eine der Gründe genannt, warum Ringtennis noch nicht wieder die Mitgliederzahlen seiner Blütezeit erreicht hat.
Die Sportart Ringtennis schult Koordinationsfähigkeit, Beweglichkeit und Kondition ohne Gelenke und Bewegungsapparat allzu stark zu belasten und ist somit einem breitem Publikum fast aller Altersklassen zugänglich. Auch Übergewichtige können diesen Sport mit Spaß ausüben.
Ringtennis kann mit relativ geringen Mitteln fast überall gespielt werden. Man braucht nur ein Spielfeld, einen Ring und ein Netz. Das Spielfeld ist etwas kleiner als ein Badmintonfeld. Beim Ringtennis-Einzel hat es die Abmessungen von 12,20 m x 3,70 m. Beim Ringtennis-Doppel oder Mixed erhöht sich die Breite des Feldes auf 5,50 m. Ein Netz wird in der Mitte des Spielfeldes in einer Höhe von 1,55 m angebracht. In jedes Feld zieht sich vom Netz aus ein 90cm langer Sperrraum, der nicht betreten werden darf.
Das Ziel des Spiels ist denkbar einfach. Es gilt den Gummiring so zu werfen, dass er vom Gegner nicht gefangen werden kann und den Boden berührt. Dies ergibt einen Punkt. Bei der Wurftechnik gibt es allerdings ein paar Regeln zu beachten.
Die Fangbewegung muss in eine fließende Wurfbewegung übergehen. Es darf nicht gestoppt oder ein Wurf in eine andere Richtung angetäuscht werden.
Weiterhin muss der Ring nach dem Wurf die Hand in einer steigenden Bewegung verlassen. Ein Schmettern des Ringes ist somit nicht erlaubt.
Auch unkontrollierte Rotation um die eigene Achse führt zu einem Fehler. Die Ausrichtung des Objektes während der Flugphase ist am ehesten mit der einer Frisbeescheibe zu vergleichen.
Ist der Ring gefangen, was nur mit einer Hand erfolgen darf, sind ähnlich dem Basketball nur zwei weitere Bodenberührungen mit den Beinen zulässig. Es darf beim Ringtennis also mit dem Spielgerät nicht im Feld umher gelaufen werden. Wird ein so erzeugter Schrittfehler vom Schiedsrichter gepfiffen, erhält der Gegner einen Punkt.
Das Spiel ist zeitlich begrenzt. Es gibt im Ringtennis unterschiedliche Spielklassen bei denen die Zeiten zwischen 2x6 und 2x10 Minuten variieren können.
Als taktisches Mittel im Ringtennis gilt es den Gegner aus der Spielfeldmitte zu vertreiben. Jeder Spieler ist natürlich bestrebt, möglichst nach jeder Aktion wieder in die Spielfeldmitte zurück zu kehren, denn von dort lassen sich gespielte Ringe in alle Richtungen am besten erlaufen und Punkte abwehren. Für den Gegner gilt es nun, ähnlich wie es auch im Badminton erfolgt, mit gezielten Würfen den Gegenspieler aus der Mitte zu verdrängen und in freie Ecken zu Punkten. Mit Wechsel aus schnellen und langsamen Aktionen wird stets versucht, die gegnerische Taktik im Ringtennis zu stören.
Gerade weil Ringtennis als Breitensport so besonders geeignet, fast überall zu spielen und einfach zu erlernen ist, hoffen Aktive und Funktionäre, diese Sportart wieder zu der alten Beliebtheit zurück helfen zu können.