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14.03.2007: Idole hautnah erleben..

Profis unter uns

Plötzlich stand Pat Cash, der Wimbledonsieger von 1987 tatsächlich auf der kleinen Anlage des TC-Issum. Natürlich kamen die Zuschauer von überall herbeigeströmt. Denn dieses außergewöhnliche Tennisspektakel wollte niemand verpassen.

Und ein Spektakel war es wirklich. Wenn auch ein äußerst kurzes. Nach 40 Minuten war sein Gegner deklassiert und das Spiel klar entschieden. Wenig später verschwand der prominente Neuzugang schon wieder. Die Show war vorbei und der Publikumsmagnet Cash schon fast wieder im Flieger.

Was nach einer außergewöhnlichen Aktion aussieht, hat in Wirklichkeit schon System.

Immer häufiger versuchen Sportvereine sich die Dienste namhafter Profis zu sichern. Ein Trend, der sich in allen Bereichen des Sports finden lässt.

Anderer Ort. Andere Sportart. Jeden Freitag scheucht Xu Yan Wang die Badmintonspieler des SSV Lützenkirchen über das Spielfeld. Angesichts der Bemühungen seine Zuspiele noch zu erreichen kommt ihm nur ein leises „gut“ über die Lippen. Man ist Besseres gewohnt. Seit sechs Jahren profitiert der kleine Bezirksligavereins von seinem professionellen Arrangement. Sechs bis acht Stunden täglich trainiert er hauptberuflich den Bundesligisten FC Langenfeld. Über 50 deutsche Meistertitel hat er dort bereits gesammelt. Eine Bronzemedaille im Herreneinzel bei den Europameisterschaften krönt seine Trainer- Vita. Trotzdem fördert er zusätzlich die Akteure des kleinen Bezirksligavereins.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der 44-jährige Chinese, der selbst ungern im Rampenlicht steht. Er sei verrückt nach Badminton, betont er stets.

Um ihn herum hört man bald nur noch Keuchen und Schnaufen. Wangs Philosophie verlangt Ehrgeiz, Disziplin und Einsatz. Eine Strategie, die auf langfristigen Erfolg abzielt. Dank ihm schaffte der SSV kürzlich den lang ersehnten Aufstieg. Der Nächste ist schon wieder in Arbeit.

Erneuter Szenenwechsel. Zum Fußball. Der Sportart Nummer 1 in Deutschland. Ein ehemaliger Zweitligaspieler in der Kreisliga A? Undenkbar! Wirklich!? Stephan Lämmermann, der ehemalige Profifußballer von Alemannia Aachen, hat das Gegenteil bewiesen und half dem Kreisligisten Grenzwacht Pannesheide mit tatkräftiger Unterstützung. Und die war auch bitter nötig. Denn nach der Hinrunde war dort der Glaube an den Klassenerhalt schon fast erloschen. Denn zu diesem Zeitpunkt zierte die Grenzwacht mit mageren drei Punkten das Tabellenende. Deshalb musste ein Retter her. Und zwar schnellstmöglich.Da Lämmermann in der Nähe des Vereins ein Indoor-Soccer-Center besitzt, genannt Lämmi´s, waren die Spieler der Grenzwacht häufig zu Gast bei ihm. In der Winterpause fragten sie ihn, ob er nicht Spieler kenne, die den Verein zur Rückrunde verstärken könnten. Lämmermann konnte ihnen jedoch nicht weiter helfen. Bis ihm die Idee kam, dass er selbst die Schuhe für den Verein schnüren könnte.

Dass es ihm ernst war, merkte man schnell. „Ich habe von Anfang an klar gestellt, dass ich hier bin um Leistung zu bringen. Und deshalb erwarte ich auch von meinen Mitspielern, dass sie die richtige Einstellung an den Tag legen“, stellte die einstige Kultikone rund um den Aachener Tivoli klar.

Und so wurde das Unmögliche möglich. Aus 14 Spielen holte die Grenzwacht 29 Punkte, erreichte am Ende der Saison den zehnten Tabellenplatz und schaffte souverän den Klassenerhalt. Lämmermann selbst erzielte dabei zehn Tore. „Gezählt habe ich sie aber nicht“, erklärte er bescheiden.

Auch Pat Cash sei ein sehr bescheidener Star zum Anfassen gewesen, schwärmt Hubert Angenendt. Der Verantwortliche des Tennisclubs freut sich über den großen Zuspruch der Zuschauer: "Es war ein voller Erfolg” strahlt er, “und wir hoffen, dass er nächste Saison noch mal vorbei kommt und für uns spielt!".Es bedarf halt einer Menge Arbeit wenn man sich mit einem Star schmücken und von ihm profitieren möchte. Aber der Erfolg gibt den Machern scheinbar recht. An die Spitze kommt man eben nur mit System.

 

Text: Benjamin Jansen, Sebastian Last, Tim Staggen

Photo: www.patcash.co.uk

 

Text: Spoho

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