25.09.2011: Outdoor-Sport

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ lautet es in einer Volksweisheit. Wenn man in der freien Natur Sport treiben möchte ist eine vernünftige Outdoorbekleidung besonders wichtig! Doch was und wie zieht man sich am besten an?
Wer sich den Elementen gerne aussetzt, sei es einfach nur auf ausgedehnten Spaziergängen im heimischen Wald oder aber während eines Trekkings über mehrere Tage im Hochgebirge, hat heute optimale Möglichkeiten, sich vor den Einflüssen des Wetters zu schützen.
Wer sich im Fachhandel umschaut, dem begegnet eine breite Auswahl an Outdoor Bekleidung, die neben modischen Aspekten auch verschiedene Ansprüche, was die Funktionalität betrifft, erfüllt.
Die Zwiebel als Vorbild
Eine weitere alte Weisheit beruft sich immer wieder auf das so genannte Zwiebelsystem. Dies besagt, dass man mehrere Schichten, eben wie im Aufbau einer Zwiebel, einer einzigen Schicht, die wärmt und schützt, vorzieht. Und dieses System gilt nach wie vor, denn wer auf unterschiedliches Wetter flexibel reagieren muss, ist mit mehreren Schichten immer besser bedient.
Funktionskleidung erfüllt in der Regel den Zweck vor Kälte, Feuchtigkeit und Wind zu schützen. Alles Faktoren, deren Effekte während der Bewegung im Freien außerordentlich unangenehme und in Extremfällen sogar lebensbedrohliche Umstände hervorrufen können. Unterkühlung ist eine der gefährlichsten Einflüsse auf den Wanderer, gerade in anspruchsvollen Situationen.
Die verschiedenen Schichten
Große Bedeutung kommt der ersten Schicht zu. Die Unterwäsche sollte aus einem sehr schnell trocknenden Gewebe sein und muss den Anspruch erfüllen, Feuchtigkeit vom Körper wegzuleiten. Bei Bewegung entsteht zwangsläufig Schweiß, der immer nach außen abgeleitet werden muss, damit sich die wärmende Wäsche nicht damit voll saugt und ihre Eigenschaften verliert. Bei starkem Wind könnte es unter Umständen dann sehr ungemütlich werden.
Alle weiteren Schichten hängen von der Außentemperatur ab. Bewegt man sich hauptsächlich im Sommer und sind keine plötzlichen Wetterumschwünge mit Temperaturstürzen zu erwarten, reicht gewöhnlich ein Baumwoll- oder Mischgewebehemd und kurze Hosen aus, die den nötigen Bewegungsfreiraum gewährleisten.
Bewegt man sich in kalten Gebieten gilt es, weitere Schichten, so bezeichnete Isolationsschichten, gleichermaßen für Ober- und Unterkörper, zu ergänzen. Vor allem Fleece ist mit seinen Eigenschaften ein unersetzlicher Partner geworden. Die Fleecestruktur ermöglicht, verhältnismäßig viel Luft in Stoffzwischenräumen zu lagern. Dieser Eigenschaft ist letztlich die isolierende Wirkung zu verdanken. Denn Lufträume lassen sich vom Körper schnell aufwärmen und schützen so vor Kälte. Unterschiedlich dicke Materialien kommen hier je nach Außentemperatur zum Einsatz. Bei extremer Kälte ist Daune noch immer der beste Isolator.
Aufgrund der porösen Eigenschaften ist Fleece in der Regel jedoch wasser- und winddurchlässig. So muss bei starkem Wind oder Regen noch eine zusätzliche Schicht angelegt werden: die Wetterschutzschicht. Hier greift man gewöhnlich auf eine atmungsaktive und wasserundurchlässige Outdoorjacke zurück. Diese letzte Schicht verhindert, dass Wasser und Wind zum Körper vordringt und gewährleistet gleichzeitig, dass Wasserdampf vom Körper entweichen kann.
Ist die Wetterlage nicht allzu extrem, kann man ebenso auf einen Softshell ausweichen, der zweite und dritte Schicht vereint.
Fast jeder weiß, dass man über den Kopf die meiste Wärme verliert. Aber nicht jeder ist sich dem praktischen Anwendungsfall bewusst. Bewegt man sich in Kälte, kann eine vernünftige Kopfbedeckung ungeahnte Dienste leisten und das ganze Wohlgefühl, während man den Elementen ausgesetzt ist, steigern.
Die Füße leisten das Meiste
Um diesem Umstand zu entsprechen, ist eine vernünftige Auswahl des Schuhwerks notwendig. Wieder kommt es auf die Umgebung an. Ein schwerer, fester Wanderstiefel wäre für den Spaziergang durch den heimischen Wald möglicherweise etwas zu viel des Guten. Auf einer Strecke mit viel Geröll und rutschigen Untergründen, leistet er hingegen hervorragende Dienste. Als einfache Faustregel gilt, je anspruchsvoller das Gelände ist, desto stabiler sollte auch der Schuh ausfallen. Ein hoher Schaft gibt dem Gelenk zusätzlichen Halt und eine steife Sohle beugt der Ermüdung von Fuß und Beinmuskulatur vor.
Ist das Streckenprofil überwiegend einfach, sollte auf einen leichten Trailschuh ausgewichen werden. Viele Trekkingschuhe besitzen eine Gore-Tex Membran und halten den Fuß selbst bei starkem Regen oder kleineren Flussquerungen trocken.
Trekkingsocken, die natürlich ebenso je nach Einsatzbereich in ihrer Stärke variieren, runden das Angebot der Outdoor Bekleidung ab.
Zusätzlich gepolstert und ohne Nähte an blasenträchtigen Fußbereichen, stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zum Wanderschuh dar.
Mobiler Stauraum
Trekkingrucksäcke gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Entscheidend für die Auswahl ist der Einsatzzweck. Ist es ein Rucksack, den man einmal bei einer Tagestour oder einer kurzen Hüttentour benötigt oder braucht man Stauraum für eine Mehrtagestour inklusive Zelt, Schlafsack und Kocher? Rucksackgrößen werden in der Regel in Liter angegeben. Die kleinsten beginnen im Bereich von 10-15 Liter, wirklich große Rucksäcke bieten bis zu 100 Liter und teilweise sogar noch mehr Volumen. Wer sich für ein großes Backpack entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass viel Stauraum verleitet, überflüssige Dinge einzupacken. Es kommt hinzu, dass große Rucksäcke meist ein beträchtliches Eigengewicht haben. Gerade hier ist darauf zu achten, dass Schultergurte und Hüftgurte breit und sehr gut gepolstert sind. Ein Rucksack liegt optimalerweise niemals nur auf den Schultern, sondern steht auf der Hüfte, was durch einen ergonomisch geformten, stabilen Hüftgurt gewährleistet werden muss. Weiterhin sollte das Tragesystem verstellbar sein, so dass der Abstand zwischen Schultergurten und Hüftgurt verändert werden kann. Unterschiedliche Verstellsysteme stellen eine individuelle Anpassung sicher. Ein Trekkingrucksack sollte nicht erst im Gelände getestet werden. Im Fachhandel findet man häufig Probe gepackte Rucksäcke zum Test. Man sollte sich Zeit nehmen und mit unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten spielen. Ein passender Rucksack muss frei von Druck- und Scheuerstellen sein und immer ein ausbalanciertes Gefühl beim Tragen vermitteln. Zusätzliche Seitentaschen und Deckelfächer sorgen für Ordnung im Rucksack, jedoch schränken zu viele Unterteilungen beim individuellen Packen ein. Eine wichtige Faustregel gilt beim späteren Einsatz, was man zu Hause lässt, muss nicht mühevoll bergauf und bergab geschleppt werden.