14.03.2007: Weltweite Konkurrenz auf dem Heimtrainer

Die Menschheit hat sich schon immer im sportlichen Wettkampf gemessen. Selbst die in den Vordergrund gerückten Gesundheits- und Körperlichkeitsaspekte tun diesem Motiv kaum einen Abbruch. Einziger Haken: Der Gegner muss an Ort und Stelle sein. Wirklich?
Wohl eher musste, denn im Zeitalter der Telekommunikation wird inzwischen auch der sportliche Cyber-Wettkampf möglich. Mit Hilfe neuester Heimtrainer, die sich problemlos an den PC anschließen lassen, können neben einer umfassenden Trainingsauswertung auch Wettbewerbe im Internet bestritten werden.
Cyberwettkämpfe
So bietet etwa der WaterRower neben einem ansprechenden Gerätedesign und einer lebensnahen Rudersimulation seit Januar die exklusive Rudercommunity we-row. Dort können sich die Mitglieder aber nicht nur zu „WebRaces“ verabreden, sondern auch ihren Trainingsfleiß miteinander vergleichen.

[Bedingung für die Nutzung der Community-Funktion auf dem Heim-PC ist Java 5.0. Der WaterRower ist mit den handelsüblichen Betriebssystemen kompatibel und lässt sich problemlos anschließen. Abgesehen von dem Rudergerät (Kosten: zwischen 1.499 und 2.129€) muss lediglich ein Kabel zur Verbindung mit dem Computer erworben werden.]
Bereits 250 Teilnehmer bei den virtuellen Rennen
Gute Voraussetzungen also, das eintönige Heimtraining interessanter zu gestalten. Außerdem eine prima Gelegenheit für Trainingsmuffel den Ehrgeiz zu erhöhen. Welches Potential diese e-competitions bieten, zeigt sich anhand des rasant steigenden Zuspruchs. In den knapp zwei Monaten, in denen we-row online ist, haben sich bereits mehr als 250 User registriert (Stand Januar 2007).
Ein weiterer Hersteller, der die Zeichen der Zeit erkannt hat, ist die Firma daum electronic. Mit ihren netfähigen Fahrradergometern werden seit etwa einem halben Jahr in der Community bikendaheim Rennen organisiert, bei welchen in mehreren Qualifikationsetappen und einem Finale der Champion ermittelt wird. Die Teilnehmer radeln dabei auf verschiedenen simulierten Strecken zum Beispiel im Oetztal oder dem Salzkammergut.
Zusätzlich werden über die Firmenseite Trainingseinheiten auf Strecken überall auf der Welt angeboten; so etwa beim Ironman von Hawaii oder auf dem Mount Everest. Die ergo_bikes kosten ja nach Ausstattung zwischen etwa 550 und über 1.500 €. Die neuste Trainingssoftware kostet 152 € und ist mit allen Modellen ab 2002 kompatibel. Ältere Versionen können gegen Aufpreis nachgerüstet werden. Zum Reinschnuppern sind allerdings auch kostenlose Alternativen erhältlich, mit denen Interessierte an ausgesuchten Veranstaltungen teilnehmen können.
Rudern und Radeln lässt sich also heutzutage schon im eigenen Wohnzimmer gegen Gegner überall auf der Welt. Stellt sich eigentlich bloß noch die Frage, wann man in der Badewanne den Ärmelkanal durchqueren kann.
Text: Kevin Ritter