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15.12.2010: Angepackt!

Mehr Ehrenamt

Mancher Vereinsvorstand wird sich bei den Ergebnissen einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Augen reiben und sich auf den Arm genommen fühlen: Immer mehr Deutsche engagieren sich im Ehrenamt. Das ist das erstaunliche Ergebnis der repräsentativen Studie. Allerdings zeigt die Studie auch: Das Engagement wird kürzer - der Kassenwart auf Lebenszeit hat ausgedient.

 

 

Der Studie zufolge engagieren sich 23 Millionen Deutsche in Vereinen. Dies entspricht 36 Prozent der Gesamtbevölkerung - ein Zuwachs von zwei Prozent seit 1999. Was viele Akteure im Sport überraschen dürfte: Das Ehrenamt steht wieder hoch im Kurs. Nicht so überraschend: Die Art der Beteiligung und Ausprägung hat sich stark gewandelt. Untersuchungen des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn zeigen, dass sich die Art und Weise des Engagements im Laufe der Jahre verändert hat.

Einsätze werden kürzer

Kurzfristige Einsätze werden immer beliebter, der Kassenwart auf Lebenszeit hat ausgedient - das ist ein Fazit der Paderborner Studie zum Strukturwandel des Ehrenamts. Danach war der Ruf des Ehrenamtes lange Zeit verstaubt und galt als Freizeitkiller. Einmal Ehrenamt, immer Ehrenamt - oft jahrzehntelang - eine Verpflichtung, die zunehmend unattraktiver wurde. Das Ehrenamt in der Vergangenheit war ein notwendiges Übel, wer es bekleidete, blieb oft Jahre darauf sitzen. Doch langsam wandelt sich das Bild: Ehrenamt macht Spaß und stärkt die Gemeinschaft. Statt sich langfristig an ein Amt zu binden, kümmern sich die Freiwilligen heute vermehrt kurzfristig und lösungsorientiert um konkrete Aufgabenfelder. "Individuen engagieren sich zunehmend unter ganz bestimmten zeitlichen und organisatorischen Gesichtspunkten, die mit ihren biographischen Erfahrungen und individuellen Zukunftsplanungen einen engen Zusammenhang aufweisen. Die jüngere Generation bis zu 30 Jahren zeigt gerade im Bereich Sport und Bewegung die Bereitschaft, interessante Aufgaben im Verein zu übernehmen - Tendenz steigend", so Prof. Dr. Dr. Braun, Direktor des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn. Vorstand, Schriftführer, Kassenwart, Trainer oder Betreuer - die Aufgaben im Verein sind vielschichtig. Dabei ist es durchaus üblich, dass bestimmte Ämter auch durch Aufwandsentschädigungen und Honorare abgegolten werden. Trainer und Betreuer erhalten zum Beispiel Erstattungen von Fahrtkosten und Prämien für erfolgreiche Ausbildung. Die Facetten der Freizeitaktivitäten lassen sich auch ins Berufsleben übertragen, denn ehrenamtliches Engagement ist im Lebenslauf oft ein entscheidendes Kriterium für die berufliche Laufbahn.        

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