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15.12.2010: Sportartenvorstellung Kanupolo

Kanupolo

Kanupolo: Das ist eine Mischung aus Handball, Wasserball, Rugby und natürlich Kanu und Polo. Dementsprechend vielfältig ist die Anforderung an die Sportler. Auch die richtige Mannschaftsstrategie und ein gutes Zusammenspiel innerhalb des Teams sind für eine erfolgreiche Partie unerlässlich.

 

 

 

Noch liegt der See ruhig, doch dann geht es ganz schnell. Erst ein Platschen, dann ein lauter Pfiff und dann unter lautem Geschrei und Anfeuerungen hauen die zwei schnellsten Kanuten mit ihren Paddeln ins Wasser und jagen auf den eben eingeworfenen Ball zu. Mit lautem Knall rauschen die beiden Boote gegeneinander und der Kampf hat begonnen. So sehen die ersten Sekunden einer Wasserpolobegegnung aus. Einer Sportart die der breiten Masse eher unbekannt ist. Dabei hat sie eine lange Tradition.

 

 

Geschichte


Schon Ende des 19. Jahrhunderts in England erfunden, hat sich Kanupolo mittlerweile in vielen Ländern fest etabliert ohne dabei viel Aufmerksamkeit in den Medien zu genießen. Seitdem haben sich vor allem die Boote technisch weiterentwickelt und neue Regeln haben die Sportart noch rasanter gemacht.

In den deutschen Kanuverbänden wurde Kanupolo 1926 wegen ganz verschiedenen Gründen eingeführt. Zum einen sollte der attraktive Sport helfen, neue Mitglieder für die Kanuvereine zu gewinnen. Außerdem waren die Rennboote um ein vielfaches teurer als die Poloboote und so konnte man mit weniger Geld mehr Sportler wettkampftauglich ausrüsten. Die Regeln waren zunächst an die der Teamsportart Fußball angelehnt. Gerade einmal zwei Jahre später wurden die ersten Deutschen Meisterschaften ausgetragen bei denen WSA Polizei Hamburg die Oberhand behielt. Durch die politischen Umstände kam aber kurze Zeit später schon das Aus und so wurden 1934 die vorerst letzten Meisterschaften in Nürnberg durchgeführt. Sieger wurden die KG Wanderfalke Essen.

Bis 1966 dauert es ehe wieder Kanupolo gespielt wurde, und wiederum dauerte es nur kurze Zeit bis erneut Deutsche Meisterschaften stattfanden. 1971 gelang es wiederum WSA Polizei Hamburg den ersten Titel zu erringen. Das gleiche Kunststück schaffte die Damenmannschaft der Hamburger vier Jahre später als erstmals auch Frauen um die Meisterschaft kämpften. Als weitere bedeutsame Momente des Kanupolos muss die Einführung des Kleinfelds genannt werden. Vor allem um internationale Vergleiche zu ermöglichen, orientierten sich die deutschen Verbände an den Regeln der ICF und trugen 1991 erstmals Deutsche Meisterschaften im Kleinfeld aus. Als letzte Neuerung wurde 1995 die Kanupolo Bundesliga bei den Herren eingeführt, die bis heute besteht. In dieser Saison standen 4 Spieltage auf dem Spielplan, wobei jede Mannschaft mehrere Spiele austragen musste und insgesamt 22 Partien zu spielen waren.

 

 

Am letzten Wochenende fanden in Berlin die 37. Meisterschaften Berlin statt. Favorit bei den Männern war der Serienmeister der letzten Jahre WSF Liblar. Seit 2002 ging der Titel durchgehend an die Erftstädter, die als Tabellenführer in die diesjährigen Playoffs gingen. In diesem Jahr war allerdings überraschenderweise schon vor dem Finale Schluss. Neuer Deutscher Meister wurde der KG Wanderfalke Essen in zwei spannende Finalspielen gegen den Göttinger PC.
Nur wenige Wochen später folgt vom 10.09. bis zu 16.09. in Thury Harcourt (Frankreich) die Europameisterschaft. Seit 1993 wird sie in jedem ungeraden Jahr ausgetragen. Sowohl die deutschen Damen mit vier Titeln als auch die Herren, denen bei der letzten EM vor zwei Jahren in Madrid ihr dritter Triumph gelang, sind die Rekordsieger.

Die Weltmeisterschaften wurden zum ersten Mal 1994 in Sheffield ausgetragen und finden wie die EM alle zwei Jahre statt. Anders als die Frauen mit drei Titeln konnten die Herren dort bisher noch nicht an die Erfolge der EM anknüpfen.  Dort sind die Australier und Briten mit drei beziehungsweise zwei Siegen die bestimmenden Nationen.

 

 

Regeln

 

Ein Team besteht aus bis zu acht Spielern, fünf Spieler befinden sich dabei auf dem Spielfeld, die übrigen drei müssen sich in der Wechselzone hinter dem eigenen Tor aufhalten, können aber fließend eingewechselt werden. Einen festen Torhüter gibt es nicht, jeweils der letzte Mann übernimmt diese Rolle und darf in dem Moment nicht angegriffen werden. Zur Ausrüstung gehört neben dem Kajak, der Schwimmweste und dem Paddel ein Helm, was veranschaulicht, dass es durchaus etwas härter zugeht. Nicht umsonst wird es von manchen als eine Art Rugby bezeichnet. Der Ball kann durch schlenzen mit dem Paddel oder werfen fortbewegt werden, darf aber nicht länger als fünf Sekunden in den Händen gehalten werden. Diejenigen die im Ballbesitz sind dürfen geschubst und auch zum kentern gebracht werden. Das Spiel beginnt wie anfangs beschrieben mit einem Einwurf von einem der beiden Schiedsrichter auf Höhe der Mittellinie zu dem jeweils ein Spieler aus jeder Mannschaft von der eigenen Grundlinie hinspurtet.

Gespielt wird in Deutschland seit 1991 in einem 35 x 23 Meter großen Spielfeld. Bei Einführung der Sportart betrug die Feldgröße in Anlehnung an das Vorbild Fußball noch circa 100 x 60 Meter. Ab den 30er Jahren wurde die Größe auf 70 x 30 Meter reduziert. Zwei Meter über der Wasserfläche der kurzen Seite befinden sich  die 1,5 x 1 Meter große Tore in die der Ball befördert werden muss. Die Spielzeit beträgt 2 x 10 Minuten und wird durch eine dreiminütige Halbzeitpause unterbrochen. Bei Unendschieden folgt eine 2 x 3 Minuten lange Verlängerung mit Golden Goal Regel und danach, wenn erforderlich, ein Penaltywerfen.

 

Strategie

 

Wie in jeder Mannschaftssportart spielt neben dem Können und der Fitness auch die Strategie eine wichtige Rolle. In der offensive ist ein gutes Zusammenspiel enorm wichtig. Durch schnelles Passen und Verschieben wird versucht die gegnerische Abwehr auseinander zu reißen. In der Verteidigung wird meist eine Aufstellung direkt um das eigene Tor eingenommen (Siehe Bild unten)

Bilder mit freundlichem Dank von Kanupolo.de

 

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