07.10.2009: Sportartenvorstellung Speedminton

Die neue Trendsportart Speedminton vereint Eigenschaften von Badminton, Squash und Tennis. Beim Spiel werden Geschwindigkeiten bis zu 290 km/h erreicht.
Nur ein lautes Zischen ist auf dem Badmintonplatz des Sportforums zu hören, sonst nichts. Von außen betrachtet kann man kaum sehen, dass ein kleiner Plastikball von einer Seite des Platzes zur anderen fliegt. Julia wird von der Geschwindigkeit des neongelben Geschosses überrumpelt und schlägt an diesem vorbei. „Das ist ja Wahnsinn, wie schnell der Ball wird“, sagt ihre Mitspielerin Maike überrascht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase haben sich die beiden Badmintonspielerinnen daran gewöhnt und der Ball tanzt hin und her. Die beiden 14-jährigen sind begeistert, auch wenn ihnen kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt, da sie blitzschnell reagieren müssen. Dagegen kommt ihnen Badminton schon fast langsam vor. Speedminton, so heißt die neue Racket-Sportart, die auch Julia und Maike für sich entdeckt haben. Aber was genau ist das und vor allem, was macht es so schnell?
Die verschiedensten Eigenschaften von Badminton, Squash und Tennis werden in einer Sportart vereint: Dem Speedminton. Der Ball, auch Speeder genannt, kann eine Geschwindigkeit von bis zu 290 km/h erreichen. Entwickelt wurde er von einem Berliner Seemann und ähnelt äußerlich dem klassischen Feder- bzw. Badmintonball. Durch sein höheres Gewicht und seinen kleineren Korb ist er aber nicht nur resistenter gegen Wind, sondern erlaubt auch ein höheres Spieltempo.
Hoch ist allerdings nicht nur das Tempo, sondern auch der Spaßfaktor. Jedenfalls wenn man Julia und Maike Glauben schenken will. „Das ist echt super und macht richtig Laune“, sind sich die beiden einig. Dass Speedminton nicht nur was für Jugendliche ist, kann Badminton-Staffelleiter Heiko Neumann bestätigen: „In unserem Verein haben auch viele Erwachsene Gefallen an Speedminton gefunden. Wir verwenden es sogar im Training, weil es eine angenehme Abwechslung darstellt und die Reaktion schult“, erklärt Neumann. Aus diesem Grund ist auch das russische Tennisass Maria Sharapowa, sowie die finnische Eishockey-Nationalmannschaft dem neuen Trend verfallen.
Speedminton ist aber nicht nur als Ausgleich oder zur Unterhaltung gedacht. Mittlerweile wird es sogar wettkampfmäßig betrieben, auf einem Speedcourt. Dieser Court ist ein abgesteckter Bereich auf einem Tennisplatz. Gespielt werden drei Gewinnsätze bis 16 Punkte und jeder Ballwechsel führt zum Punktgewinn. Der Aufschlag muss in der Regel von unten geschlagen werden, Über-Kopf-Aufschläge aus dem Stand oder Sprung sind ausschließlich von der hinteren Grundlinie erlaubt. Im Wesentlichen orientieren sich Regeln an den drei Sportarten Badminton, Squash und Tennis.
Wer keine Lust hat sich in einer Halle zu verkriechen, kann Speedminton aber auch unter freiem Himmel spielen. Denn man braucht weder ein Netz, noch ein Spielfeld, und Wind kann dem Speeder auch nichts anhaben. Selbst Dunkelheit ist kein Grund, um mit dem Spielen aufzuhören, da es einen speziellen Night-Speeder gibt, der mit einem transluzierenden Knicklicht ausgestattet ist und in der Nacht leuchtet. Dem Spielvergnügen sind also keine Grenzen gesetzt.
Auch Maike und Julia können von Speedminton nicht genug bekommen. Deshalb haben sich die beiden dazu entschlossen, ein Set mit zwei Schlägern und verschieden schnellen Bällen zusammen zu kaufen. Denn der Reiz der Geschwindigkeit hat auch die beiden Jugendlichen in seinen magischen Bann gezogen.
Link: http://www.speedminton.de/
Text: Benjamin Jansen