04.05.2007: Sport soll weiblicher werden!

Viele Vereine beteiligen sich am 5./6. Mai am ersten bundesweiten Frauensportaktionstag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der speziell noch nicht im Vereinssport organisierte Mädchen und Frauen ansprechen soll.
Die Veranstaltung unter dem Slogan "Frauen tun dem Sport gut!" und der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gilt als eines der Leuchtturmprojekte zum "Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle". Mit der Resonanz bei der Premiere sind die Verantwortlichen zufrieden: "Das breitgefächerte Angebot richtet sich auch ohne Vorkenntnisse an alle Altersklassen und zeigt die Chancen auf, sich dank sportlicher Betätigung gesund und fit zu erhalten. Daneben weisen wir auch auf andere Faktoren wie die mögliche Stärkung für das eigene Selbstbewusstsein, die Überwindung kultureller Barrieren oder die Förderung der gesellschaftlichen Integration hin", erläutert Ilse Ridder-Melchers, DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, gegenüber pressetext.
Als Botschafterin sorgt Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm für mediale Unterstützung. Die "Sportlerin des Jahres 2006" gehört zu den derzeit rund zehn Millionen weiblichen Mitgliedern in einem Sportverein. In der Altersklasse sieben bis 14 Jahren sind rund 58 Prozent der Mädchen in einem Klub angemeldet. Dagegen können bei den 19-26 Jahre alten Frauen nur etwa 20 Prozent eine Mitgliedschaft vorweisen - der vergleichbare männliche Anteil liegt hier mit 38 Prozent fast doppelt so hoch. Als örtliche Ausrichter beim Aktionstag mit Mitmachangeboten von Reiten bis Kampfkunst und Informationsständen treten neben den Sportvereinen noch Stadt- und Kreissportbünde auf. Kooperationen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, beispielsweise kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, finden ebenfalls statt. Auch die Betonung sozialer Werte wie Fairness und Toleranz rückt dabei in den Fokus. Degenfechterin Claudia Bokel, Mitglied im DOSB-Präsidium, begrüßt die Initiative: "Sport treiben gehört heute für viele Frauen und Mädchen zum Lifestyle dazu. Es macht einfach Spaß, sich zu bewegen und auf die Fitness zu achten. Und für Spitzenleistungen hart zu trainieren, bedeutet nicht nur sportliche Erfolge, sondern ist auch eine Schule fürs Leben." Der prominente Kreis der weiblichen Medaillengewinnerinnen bei großen Wettbewerben wie Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen kann sich bekanntlich sehen lassen. Neben den Aktiven hat Katrin Kunert, Mitglied des Sportausschusses des Deutschen Bundestags, eine andere Klientel im Blick: "In den Führungsgremien der Sportorganisationen sind Frauen eine Minderheit. Das muss sich ändern." Die meisten Teilnehmer mit gleich 24 gemeldeten Vereinen unter anderem aus Lübeck, Pinneberg, Kiel oder Flensburg stellt übrigens das Bundesland Schleswig-Holstein.