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09.02.2011: Von der Waffe zum Sportgerät

Blasrohrsport

Was vielen von uns als Kinder noch Strohhalm und Spuckekügelchen aus oral befeuchteten Taschentuchfetzen waren, ist einer wachsenden sportlichen Gemeinde mittlerweile ein hochpräzisioniertes Gerät: das Blasrohr.


Die Blowgun, wie das Objekt von Aktiven auch genannt wird, ist nicht das erste Sportgerät, das seine Karriere vor einem ganz anderen Funktionshintergrund begonnen hat. Ähnlich dem Speer oder dem Bogen ist die ursprüngliche Nutzung des Blasrohrs eher aggressiver Natur. So wurde und wird es auch heute noch vor allem von indigenen Urwaldvölkern als Waffe bei der Jagd eingesetzt – häufig mit vergifteten Pfeilen bestückt.

Eher dem Bogen denn dem Speer entsprechend, geht es bei Wettkämpfen mit der Blowgun jedoch lediglich um die Präzision. Geschossen werden die –  selbstverständlich nicht vergifteten –  Pfeile, Darts genannt, aus einer Entfernung von fünf bis 15 Metern auf eine Zielscheibe von 18 Zentimetern Durchmesser. In der Long Distance-Variante wird der Abstand ausgehend von 15 Metern rundenweise um einen Meter erweitert.

Die Zielscheibe besteht aus drei unterschiedlich gefärbten konzentrischen Kreiszonen, die im Durchmesser sechs, zwölf und 18 Zentimeter betragen. Der innerste und dementsprechend kleinste Kreis ist gelb und gibt mit sieben die höchste Punktzahl. Nach außen hin geht es weiter mit einem roten (5 Punkte) und einem blauen Kreis (3). Bei stehenden Teilnehmern hängt das Zentrum der Zielscheibe auf einer Höhe von 160 Zentimetern, Kinder sowie sitzend aktive gehbehinderte Sportler zielen auf eine Höhe von 90 Zentimetern.

Die Blasrohre dürfen je nach Klasse eine maximale Länge von 220 (Klasse A), 160 (B) oder 121 (C) Zentimetern haben. Die Projektile können in Länge und Gewicht frei gewählt werden, die Darts dürfen allerdings an der Spitze maximal einen Durchmesser von fünf Millimetern aufweisen.

Während Blowguns auch aus Stahl oder Kohlefaser gefertigt werden können, hat sich Aluminium als Baustoff weitgehend durchgesetzt. In der Größe variabel, besitzen sie einen Durchmesser von maximal 16 Millimetern. Je nach Einsatzzweck sind jedoch kürzere und schmalere Blasrohre praktikabel. Enthusiasten schwören hingegen auf Reichweite und Durchschlagskraft der längeren Varianten.

Während man sich inzwischen bei verschiedenen Anbietern im Internet sehr bequem ein hochwertiges Blasrohr nach Hause bestellen kann, setzen viele Aktive auf eine Blowgun aus dem Eigenbau. Bauanleitungen gibt beispielsweise der Deutsche Blasrohr-Sport Club (DBSC). Hier sind jedoch stets technische Verbesserungen möglich, so dass neben ein wenig handwerklichem Geschick vor allem Kreativität und Erfindergeist gefragt sind.

Auch gesundheitlich ist der Blasrohrsport durchaus als vorteilhaft anzusehen. So kann sich ein regelmäßiges Training durch die erhöhte Belastung der Lunge positiv auf das Lungenvolumen und damit auch die allgemeine Fitness auswirken. Von einer übertriebenen Beanspruchung besonders zu Beginn einer Tätigkeit im Blasrohrsport ist jedoch abzuraten. Zudem kann sich der Sport bei verschiedenen Krankheitsbildern negativ auswirken und sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Text: Kevin Ritter

Sportalis unterstützt den Blasrohrsport !

Mein Dank an Chris Bauer von sportalis für das Interesse am Blasrohrsport und die Möglichkeit den Blasrohrsportlern
hier einen eigenen Community -Bereich ( Blasrohrschießen ) einzurichten.
Respekt auch an Kevin Ritter für den Artikel über den Blasrohrsport.

MfG
Rajko

von:Rajko Hebestreit (26.07.2010 19:28) | Antwort
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