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24.05.2007: Cologne Pool Foxes

Billardverein in Köln

Sieg! Endlich! Werner Hutmacher steht die Freude deutlich ins Gesicht geschrieben. Seine Jungs, das Billardteam Pool Foxes aus Köln, haben eine zwar umkämpfte aber letztendlich doch souverän geführte Partie gegen die vierte Mannschaft des 1. PBF Porz-Eil verdient 5:3 gewonnen.

Und bei den Spielern macht sich auch ein wenig Erleichterung breit. Denn es ist der erste Sieg für den jungen Verein. Erst seit Beginn dieser Saison nehmen die Pool Foxes am regulären Spielbetrieb teil. Sie lernten sich vor etwa einem Jahr an ihrem Heimspielort, dem Giga-Center am Rudolfsplatz, kennen. Dort gibt Hutmacher einmal in der Woche kostenloses Billardtraining für jeden Interessierten. Einige seiner Schüler waren mit soviel Eifer dabei, dass schnell die Idee aufkam, einen Verein zu gründen.

Auf eine nennenswerte Erfahrung mit dem Queue kann dabei eigentlich kaum einer aus dem Team verweisen. Lediglich Victor Augusto Tirado Olsson versenkt seit mehr als einem Jahr regelmäßig Kugeln. Der 23-jährige Student hat in seiner Heimat Peru zehn Jahre lang gespielt. „Immer nach der Schule. Zuerst zum Spaß und später auch mal um Geld, aber nie viel“, erklärt er unaufgeregt.

Im Vergleich zu seinem Trainer Hutmacher allerdings, ist auch Olsson noch ein Anfänger. Der Zahntechnikermeister begann vor beinahe einem halben Jahrhundert mit dem Billardsport. Bereits mit 24 war er Bundesmeister im Karambol. Der Urkölner spielte für seine Heimatstadt in der Bundesliga, wurde zweimal deutscher Meister im Artistique und nahm an Welt- und Europameisterschaften teil, bevor ein Schicksalsschlag seine Karriere beendete. Ein Raubüberfall mitsamt Geiselnahme dem seine Familie und er Mitte der Siebziger Jahre zum Opfer gefallen sind, stellte für ihn den „mentalen Genickbruch“ dar. Zwar errang er noch ein paar dritte Plätze und mehrere regionale Meisterschaften, aber heute weiß er: „Meine Karriere war damals im Prinzip beendet.“ Dennoch blieb er seinem Sport bis heute treu: Er ist amtierender Seniorenkreismeister am Matchtisch und trainiert neben den Foxes ehrenamtlich im Nippeser BC 1934.

Bei all seiner Erfahrung aber steht eines fest. Die Pool Foxes sind nicht bloß ein weiteres Projekt. Die Jungs liegen ihm am Herzen. Neben dem Peruaner Olsson gehören Spielführer Philipp Seelbach, dessen Kommilitone Jan Krebs, Daniel Kowatschew, der erst 15-jährige Russe Maxim Kamenetsky und der Marokkaner Ouassim Chedati zum Stamm des Teams. Diese internationale Truppe hinterlässt auf Anhieb einen ungeheuer sympathischen Eindruck. Und die Freude an ihrem Sport lassen sie sich von ihrer mangelnden Spielpraxis selbstverständlich nicht trüben.

So kann man ihnen diesen Sieg auch nur gönnen. Und obwohl sie die erste Saison völlig ohne Ambitionen angegangen sind, war der Erfolg wichtig für die Truppe. „Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, dann weiß ich auch nicht“, bringt Spielführer Philipp Seelbach die Erleichterung auf den Punkt. Vorher standen neben zwei Unentschieden nur Niederlagen zu Buche. Zu dumm nur, dass sie ihren Triumph nicht gebührend feiern können. Am nächsten Vormittag steht bereits das nächste Auswärtsspiel an.

Text: Kevin Ritter

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